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2.1 - Die Baumhaus-Experience

Finally, a new uploaded set - a LIVE one (love). I played for sunset on the 26th December 2021 on the beach in Zipolite, Oaxaca - Mexico, a 4 hour Deep House Set. Big thanks to everyone who supported me there.

 

As always, best to hear with 🎧


Ein unerwartetes Happening im Paradies

Irene liegt im Bett unter einem Mückennetz in ihrem gemieteten Baumhaus im Süden Mexikos, ihr rechter Fuß ist höher gelagert und ihr Gesicht nimmt langsam wieder entspanntere Züge an. „Was hilft es mir, wenn ich mich selbst bemitleide oder schlecht auf bin?“, grübelt sie nach. Lange genug hatte sie sich nun ihrer neuen Situation mit dem geschwollenen Fuß fast hilflos hingegeben, was konnte sie schließlich schon damit machen? 

Eigentlich hatte sie andere Pläne für diesen Tag, aber diese konnte sie nun streichen. „Was für eine Freude!“, sagt sie zu sich selber. Sie lag entspannt in der Hängematte im Freien, und war auf ihre geschriebenen Zeilen am Laptop konzentriert und dachte sich zuerst noch nichts, als sie etwas am rechten großen Zeh stach. Hier sticht schon so einiges, also war das für sie nichts Neues. Aber der Schmerz fühlte sich anders an, und siehe da, fast ihr ganzer rechter Fuß schwoll an und der Juckreiz wurde unerträglich.

„Wenn ich die Unterkunftssuche endlich aktiv gestalten könnte“, plagt sie sich in Gedanken. Da sie das Baumhaus nur für zwei Wochen gemietet hat und bereits eine davon um ist, wollte sie sich bald um eine neue Unterkunft bemühen - online und offline. Sie könnte sich selbst ohrfeigen, dass sie nun so weit weg vom Ort wohnt, denn mit dem geschwollenen Fuß kann sie nicht den langen, steilen und holprigen Weg hinunter ins Dorf schaffen. „Morgen ist der Fuß bestimmt soweit, dass ich wieder laufen kann - auf jeden Fall,“ versucht sie sich selbst Hoffnung und Mut zu machen. So viel hatte sie mit ihren 37 Jahren bereits begriffen, dass sie selbst ihre eigene Heldin ist - auch wenn sie manchmal die Rolle gerne auch an einen Mann abgibt. „Dass ich mich selber runterziehe, bringt doch gar nichts. Und von schlechter Laune wird auch nichts besser“, grübelt sie weiter nach und bemüht sich, wie schon seit einer langen Zeit, ihre beste Freundin zu sein und sich nicht mit negativen Gedanken zu belasten. Über die Macht der eigenen Gedanken ist sie sich auch schon länger bewusst und sie versucht weiterhin, das richtige Mindset zu behalten und das Beste aus jeder Situation zu machen.

Wenigstens kann sie so ganz in Ruhe schreiben. Akku am Laptop hat sie auch noch genügend, denn die Batterie reicht plötzlich vollkommen aus, wenn sie nur offline ist. Zum Telefonieren oder Scrollen muss sie hoch zu dem Haupthaus laufen, dort wo nicht nur das Wifi-Signal ist, sondern auch die Steckdosen zum Aufladen aller möglichen elektrischen Gerätschaften sind.

Back to adventure - das hat sie hier auf jeden Fall. 

 

„Na dann, lieber das Vergangene Revue passieren lassen und ein paar Zeilen darüber schreiben. So viele verschiedene Abenteuer habe ich bereits hinter mir.“, entscheidet sie nun endgültig.

Eigentlich hätte diese Geschichte auch anders anfangen können:

Writing inside the tree house
Writing inside the tree house

Eingebettet im Alleine-Sein

Irene fühlt sich nach der Ankunft in ihrer zweiten Unterkunft in Mexiko alsbald wohl, eingetaucht in eine komplette Ruhe, noch ruhiger als in ihrer ersten Unterkunft, einer eigenen Holzhütte auf einer kleinen Ranch, einen 15-Minuten-Fußmarsch entfernt vom nächsten Ort. Es ist noch ruhiger, sie ist noch weiter weg von anderen Menschen. Eingebettet in der Vegetation des Jungels fühlt sie sich geborgen, das Alleinsein ist nochmal exklusiver. Abends hört sie von ihrem Bett aus die Wellen vom Pazifik rauschen. Sie stellte alsbald fest, dass es nie wirklich kalt wird - bisher zumindest nicht. 

The treehouse hidden in nature
The treehouse hidden in nature

Dass die Gegend so schön ist, hatte sie sich noch vor drei Wochen Zuhause in Italien nicht vorstellen können. Allerdings machen ihr die stechfreudigen Mücken seit ihrer Ankunft im Süden Mexikos zu schaffen, „Aber was soll’s, man kann ja nicht alles haben“, denkt sie nach. Auch hat sie wieder mal eine Unterkunft ohne Strom und Internet. Doch zum Glück hatte sie sich inzwischen an so Vieles gewöhnt, sodass sie nichts mehr so leicht aus der Ruhe bringen kann (das dachte sie sich noch kurz vor dem Stich des unbekannten Insektes).

 

Von der Ferne nimmt sie mexikanische Musik der Einheimischen wahr - irgendwo spielt meistens eine fröhliche Musik. „Very nice“, denkt sie sich, sie mag diese Art der Musik. Hunde bellen in der Ferne, Vögel ziehen laut zwitschernd ihre Kreise. 

Der mit Baumkronen geschmückte Horizont in seinen lieblichsten Farben nach dem Sonnenuntergang leuchtet Irene entgegen. In ihrem Baumhaus wird es langsam dunkel. Eine Kerze flackert am Boden, ihr Körper ruht auf dem Bett, die Finger tippen langsam auf der Tastatur, der leichte Schweiß am Haaransatz ihrer Kopfhaut lässt sie ihrer neuen Realität gewahr werden. Die Luft wird kaum merkbar kühler, die Brise am Tag hatte auf sich warten lassen - sie hat ruhig gewartet und dabei versucht, sich nicht so viel zu bewegen, damit der Schweiß nicht wieder ausbricht. Das kühle Wasser aus der Outdoordusche, die über einen langen und abenteuerlichen Weg durch das weitläufige Terrain erreichbar ist, ist längst vergessen. Die Frische und das Gefühl der Sauberkeit sind während des Tages meistens nur von kurzer Dauer. 


Tag des Krabbelns

Begegnungen im Jungle #1

Herrje und jemmine… Eines Nachmittages krabbelte es auf einmal auf vielen Beinen in ihrer Baumhütte. 

Sie musste blinzeln, sich die Augen reiben und doch half es nichts: Sie sah in ihrer Hütte immer noch viele Ameisen die tragenden Baumstämme hinunterklettern und sich von dort aus in den hinteren Teil in mehreren Richtungen verteilen. Zuerst grübelte sie noch eifrig nach, was sie denn dagegen tun könnte. Als die Ameisen immer mehr wurden und sich Richtung Bett bewegten, wusste sie, dass sie machtlos war. Sie konnte nur den Krieg zwischen tausend kleinen Ameisen und hundert großen Ameisen beobachten. In welcher Dimension die Kleinen auftraten, war für sie total neu und auch dass sich die in der Minderzahl befindenden großen Ameisen versuchten, sich zu verstecken. „Nur nicht unter das Fliegennetz in mein Bett krabbeln,“ dachte sie sich, als sich ein TaggTeil der Schwärme auf das Mückennetz zu bewegte. In einer Hand hielt sie einen Besen und mit der anderen Hand kratzte sie sich am Kopf, denn sie konnte die Situation noch immer nicht glauben. Sie versuchte in Gedanken, die Ameisen zum Umkehren zu überreden, denn die zuvor hastig ausgeführten Kehrbewegungen hatte nicht zu dem erhofften Erfolg verholfen. 

Sie fragte sich, was sie nun tun sollte. Sie entschloss sich schnell ins Haupthaus zu den Freiwilligen, die auf der Ranch gegen Unterkunft mithalfen, hoch zu laufen um nach deren Meinung zu fragen. Sie meinten einstimmig, dass es nichts nützt dagegen anzukämpfen, sondern sie solle es einfach aussitzen bis diese nach ein paar Stunden verschwunden sind. 

 

Als Irene dann wieder in ihr Baumhaus zurückkehrte und nicht wusste, was sie nun erwarten würde, war sie froh mitanzusehen, dass es bereits weniger Ameisen waren, aber es waren immer noch sehr viele Ameisen. In der Zwischenzeit hatte sie all ihre Sachen gründlich auf Ameisen überprüft und, wenn möglich, verschlossen.

 

Eine kleine Ewigkeit später krabbelten auch die letzten Ameisen fort. „Was für eine Aufregung das war,“ dachte sie sich als sie das Bett noch eine Weile nach den kleinen Viechern inspizierte. Keines sollte in ihrem Reich verweilen, nein, da ist sie grundsätzlich strickt. 

Und ja, das war ein Tag im Jungle im Süden der Pazifikküste Mexikos.


Der schlimmste Alptraum

Begegnungen im Jungle #2

Es gab aber noch ein weiteres Highlight für Irene, welches bereits in der Morgenruhe eines anderen Tages passierte. Sie sah zum ersten Mal in ihrem ganzen Leben ihren allergrößten Alptraum: eine Tarantel, und dazu noch eine riesengroße. 

Jonas, der deutsche Vermieter des Baumhauses, hatte sie bei der Ankunft beim Rundgang durch das weitläufige Terrain im Jungle informiert, dass es auch diese Art der Insekten hier geben würde. Was hatte sie für erste Nächte - ha. Aber auch damit hatte sie sich inzwischen abgefunden und gedacht: „Ja, wenn der Tag gekommen ist, dass ich diese Begegnung haben werde, dann ist es halt so. Ich will mich nicht mehr fürchten, ich kann mich nicht verstecken oder davon weglaufen - ebenso wie mit den Ameisen.“ 

 

Und da war sie nun: eine große Vogelspinne, schwarzglänzend ruhend auf dem unteren Teil eines Baumstammes. Zum Glück waren zwei andere Bewohner von der Ranch anwesend und sie stand hinter ihnen mit in einem gutem Abstand zum Tier. Es schaute nicht aus wie eine Spinne, dafür war es einfach zu groß. Sie war schwarz, glänzend und haarig. Die Augen waren riesig und stachen hervor, sie glitzerten im frühen Sonnenlicht. Welche Schönheit es doch war, die Beine waren lang, und zwischen ihnen waren einige Zentimeter Abstand. Auch die Beine waren haarig, aufgestellt wie zum Absprung bereit. Der Körper ruhte in einer majestätischen grazilen Haltung. Ja, es war definitiv keine Spinne - nein! 

 

Als sie am Abend später darüber nachdachte, kam ihr das Beste in den Sinn: Sie hat nicht wild herum geschrien, sie ist nicht weggelaufen - nein, sie blieb einfach stehen und nahm die Tarantel wahr. Und ihre tiefsitzende Angst war in der Vorstellung viel, viel größer als dann die Realität aussah. Sie ging nach einer kurzen Weile den Jungelweg weiter zum Haupthaus und die Begegnung ging ihr noch eine ganze lange Zeit durch den Kopf.

On of the many breathtaking sunsets
On of the many breathtaking sunsets

Wünsche ans Universum

Irenes Aufmerksamkeit kommt langsam wieder zurück in die Gegenwart, sie lässt Vergangenes in der Vergangenheit zurück, nimmt aber die vielen Lektionen und wunderbaren Eindrücke mit. Die leichte Abendbrise streichelt ihren geschwollenen Fuß, sie hört Blätter rascheln, so als ob sie eine Geschichte zu erzählen hätten. „Wieviel diese Bäume in ihrem Leben bereits mitbekommen haben? Wieviele Geschichten, so wie meine, haben sie schon miterlebt?“, kommt ihr in den Sinn. In der Ferne hört sie ein Motorrad, ganz sublim und sonst nimmt sie eigentlich nur Stille wahr.

 

Immer schon neigte Irene dazu, viel nachzudenken, am liebsten auf einem gemütlichen Sofa. „Na ja, wenn ich doch endlich wieder mal ein bequemes Sofa hätte,“ kommt ihr als Wunsch in den Sinn. Wünsche hat sie genügend, sie versucht es immer wieder mit Affirmationen, Visualisierungen und Manifestationen. Nichts mehr würde sie sich wünschen, als endlich ein neues, für sie geeignetes Zuhause zu finden.

 

„Ach du liebes Mexiko, ich freue mich auf eine weitere sehr gute Zeit. Mögen einiger meiner Wünsche hier Samen setzen, damit ich auch hoffentlich bald ein neues Zuhause finde, von dem aus ich wirken und gedeihen kann,“ schickt sie als Wunsch in das Universum. Die Anfangszeichen schauen gut aus, das freut sie am meisten, gleichermaßen wie die vielen, fantastischen Sonnenuntergänge. 


Andere Jungle-geschichten

„Hmm… wieviele sonstige Geschichten könnte ich noch erzählen, aber dann wird diese Story hier nie fertig werden…“, sagt sie still zu sich selbst. Sie könnte von den abendlichen Wanderungen über einen steilen, holprigen Weg vom Dorf hoch in ihr Baumhaus unter Sternenhimmel und mit Stirnlampe erzählen, oder von der Ameiseninvasion #2, als es bereits dunkel war und sie keine Lust mehr hatte abzuwarten, bis alle Krabbeltiere weg waren und sie sich deshalb kurzerhand entschloss, im Haupthaus in der Küche auf ner Bank mit ihrem Schlafsack und einem Kissen zu übernachten, wo sie dann aber auch nicht wirkliche Ruhe fand, zu viel krabbelte auch dort herum - ein kleines Stinktier inklusive, das in der Nacht mit ner Plastikflasche wie ein kleines Kind rumspielte, und Irene dies von ihrer Bank aus belustigend im Lichte ihrer Stirnlampe beobachtete. Wenn sie schon nicht schlafen konnte, dann wenigstens hatte sie eine lustige Unterhaltung und die Gedanken an eine mögliche Zukunft kamen ihr wieder in den Sinn. Die Nachtzeit ist ihr sowieso die liebste, wie sonst oft war sie noch bis spät in die Nacht hinein wach, saß an ihrem Computer mit ihrer eigenen Musik in den Ohren.

Writing in the middle of nowhere
Writing in the middle of nowhere

Wie geht's Weiter im Süden Mexicos?

Am nächsten Tag war ihr Fuß wirklich wieder besser und sie konnte sich nun endlich aktiv auf Unterkunftssuche begeben.

Wie wird es ihr weiter im Paradies - weit weg von ihrem Zuhause - ergehen? Wird sie eine passende Unterkunft finden? Wieviele Optionen hat sie zum Schluss zur Auswahl? 

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